Felix Propper

Dr. Felix Propper, geboren 1894, wurde im Alter von 21 Jahren getauft. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften erhielt er 1928 die Zulassung als Rechtsanwalt. 1939 gelang seiner Frau und den Kindern durch Vermittlung der Schwedischen Mission die Flucht nach Schweden. Er selbst flüchtete 1939 über Italien nach Frankreich, wo er 1941 in Clermont-Ferrand mit dem Studium der evangelischen Theologie begann. Nach Beendigung des Studiums mußte er abermals fliehen und arbeitete bis 1945 in der Schweiz als evangelischer Vikar.

Pfarrer Felix Propper

Erst 1945, mehr als sechs Jahre nach der Trennung wurde die Familie Propper in Schweden wieder vereinigt. Da er mangels schwedischer Sprachkenntnisse in Schweden weder als Pfarrer noch als Rechtsanwalt eine Arbeitsmöglichkeit fand, kehrte er mit seiner Familie schließlich nach Wien zurück, wo er wieder als Rechtsanwalt tätig wurde.

Direktor Pernow und Pfarrer Propper in den 50er Jahren in Weidling

1948 wurde er nach Ablegung einer kirchlichen Ergänzungsprüfung zum evangelischen Pfarrer ordiniert und ab 1951 von der Superintendenz Wien mit der Aufgabe der Judenmission in Wien betraut. Gleichzeitig holte ihn die Schwedische Mission für den Dienst in die Station in der Seegasse.

Pfarrer Felix Propper bei einer Hochzeit in der Messiaskapelle (25. 7. 1959)

Pfarrer Felix Propper bei einer Hochzeit in der Messiaskapelle (25. 7. 1959)

Sein Wirken gab den entscheidenden Anstoß für das Abrücken der schwedisch-lutherischen Kirche vom bisherigen Konzept der Judenmission zugunsten eines partnerschaftlichen christlich-jüdischen Dialoges.

Drei Jahre vor seinem Tod am 24. November 1962 formuliert er seine Haltung mit folgenden Worten:

„Wir sind Christen jüdischer Abstammung, die ihre Herkunft weder verachten noch verleugnen, sondern sich freudig zu ihr bekennen, die sich als Glieder ihres jüdischen Volkes betrachten und mit ganzer Kraft für seinen Staat Israel eintreten. Wir sind keine

Pfarrer Propper und Pastor Göte Hedenquist 1952

getauften Juden, die den Anschluß an den christlichen Glauben lediglich als Mittel der Assimilation betrachten, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Nachteile zu vermeiden. Wir sind – von der Daseinsberechtigung und Sendung des jüdischen Volkes überzeugt – auch als Christen entschlossen, unsere besondere Eigenart als Juden zu erhalten und auch bei unseren Familienangehörigen, Kindern und Kindeskindern für die gleiche Haltung einzutreten“

(aus: „Was wir sind und wünschen. Was wir nicht sind und ablehnen“, Der Judenchrist 7, No. 2, p. 8, 1959)

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