Hans Kosmala

Im Jahre 1935 mußte das seit  1886 bestehende „Institutum Judaicum Delitzschianum“ (begründet und benannt nach Franz Delitzsch, 1813-1890, u.a. Übersetzung des Neuen Testaments ins Hebräische) seine Pforten in Leipzig schließen. Der Vorstand der Schwedischen Mission in Stockholm lädt hierauf den Leiter des Instituts, Dr. Hans Kosmala ein, seine Arbeit in Wien fortzusetzen. Wenn anfangs auch nur behelfsmäßig (aus Leipzig konnte nichts außer einem Türschild, einem Stempel und einem Bild des Gründers Franz Delitzsch mitgenommen werden), so konnte doch bereits am 1. Dezember 1935 die Lehrtätigkeit mit einem vielseitigen Lehrplan wieder aufgenommen werden.

Das Vorlesungsverzeichnis 1937/38 ist erhalten geblieben und weist 12 einstündige und 2 zweistündige Lehrveranstaltungen pro Woche auf. Zusätzlich wurden öffentliche Vorträge abgehalten. Die Lehrtätigkeit des „Institutums“  in der Seegasse hat viele später namhaft gewordene Persönlichkeiten geprägt.

Gemeinsam mit Dr. Göte Hedenquist gibt Dr. Hans Kosmala die Zeitschrift „Aus zwei Welten“ heraus, die 1938 eingestellt auf Befehl der GESTAPO eingestellt werden mußte.

Dr. Hans Kosmala (*1903) auf der Teppe des Schwedisch theologischen Instituts in Jerusalem (ca. 1960)

Dr. Kosmala mußte 1938 über Schweden nach Großbritannien auswandern, wo die Arbeit des Instituts zunächst einige Zeit weitergeführt werden konnte und er zum Pfarrer ordiniert wurde. 1948 wurde nach mehrjähriger Unterbrechung die Tätigkeit als „Institutum Judaicum Delitzschianum“ an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Münster wieder aufgenommen.

Dr. Kosmala und Schwester Greta Andrén sind später Leiter des Schwedisch-theologischen Institut in Jerusalem, das gewissermaßen als ein Tochterinstitut des Delitzschianums betrachtet werden kann. Parrer Adolf Rücker befand sich im Jahr 1960 für einige Monate als Student dort. Dr. Hans Kosmala ist Autor des Buches „Hebräer – Essener – Christen“ und galt als ausgezeichneter Fachmann in allen Fragen der Wissenschaft vom Judentum. Mit seiner Arbeit über die Qumran-Texte vom Toten Meer erwarb er sich einen theologischen Doktorgrad in Holland.

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